250 Katamarane, Nordsee, Wattenmeer und einmal rund um die größte niederländische Nordseeinsel – die Ronde om Texel gehört zu den spektakulärsten Langstreckenregatten der Welt. Auch 2026 stellte sie ihrem Ruf wieder eindrucksvoll unter Beweis.
Schon Tage vor der Regatta war klar, dass das Wetter in diesem Jahr die größte Herausforderung werden würde. Die gesamte Woche bestimmten Sturmwarnungen die Vorhersagen und auch unmittelbar nach dem Event zeigte sich die Nordsee wieder von ihrer rauen Seite. Doch pünktlich zum Regattatag öffnete sich ein perfektes Wetterfenster – fast so, als hätte die Wettfahrtleitung einen direkten Draht zum Wettergott.
Mit Wind zwischen zwei und sechs Beaufort herrschten anspruchsvolle, aber faire Bedingungen. Die Wellen waren gut beherrschbar und der Süd- bis Südwestwind sorgte sogar für einen spektakulären Start unter Spinnaker.
Ein Start voller Adrenalin
Kaum war das Startsignal gefallen, schoss das riesige Feld von rund 250 Katamaranen über die Startlinie. Schon nach wenigen Minuten zeigte sich jedoch, warum diese Regatta weltweit einen besonderen Ruf genießt. Die ersten Boote kenterten bereits kurz nach dem Start, während andere den perfekten Rhythmus zwischen Wind, Wellen und Geschwindigkeit fanden.
Mit Halbwindkurs ging es zunächst am markanten Leuchtturm vorbei, bevor die Flotte Richtung Süden ins IJsselmeer abbog. Hier war nicht nur Geschwindigkeit gefragt, sondern vor allem Konzentration. Die Sandbänke vor Texel sind berüchtigt – und auch in diesem Jahr parkte der eine oder andere Katamaran unfreiwillig auf dem Grund.
Das Gate vor Oudeschild war wie gewohnt nicht auf den ersten Blick zu erkennen, dafür aber von zahlreichen Zuschauern auf dem Deich bestens besucht. Hinter dem Hafen wartete anschließend die berühmte „Katamaran-Waschmaschine“. Strömung, Wellen und kabbeliges Wasser verlangen hier jeder Crew alles ab. In diesem Jahr war dieser Abschnitt überraschend gut segelbar, trotzdem fanden einige Boote ihren Weg eher an den Strand als zurück auf den Kurs.
Highspeed zurück Richtung Ziel
Nach der Passage der Fährlinie führte der Kurs zurück Richtung Nordsee. Selbst die bekannten Kreuzwellen hielten sich diesmal in Grenzen und sorgten für schnelle Bedingungen.
Zum Abschluss wartete noch einmal das absolute Highlight: Unter Spinnaker ging es mit Höchstgeschwindigkeit die halbe Insel hinauf Richtung Ziel. Jetzt zeigte sich, wer Wind und Wellen perfekt lesen konnte. Das Surfen über die Nordseewellen gehört zweifellos zu den beeindruckendsten Momenten dieser Regatta.
Alle TOPCATs im Ziel
Besonders erfreulich aus Sicht der TOPCAT-Klasse:
Alle gestarteten TOPCATs erreichten das Ziel.
Genau das war das erklärte Ziel – und gleichzeitig ein Beweis für das Können unserer Crews bei einer der anspruchsvollsten Langstreckenregatten Europas.
Während sich an der Spitze die F18-Crews bis zum letzten Meter ein packendes Duell lieferten und die ersten drei Boote innerhalb von nur 33 Sekunden die Ziellinie überquerten, konnten sich auch unsere TOPCAT-Teams über starke Leistungen freuen. Insgesamt mussten lediglich rund 40 der 250 gestarteten Katamarane die Regatta vorzeitig aufgeben – eine bemerkenswert niedrige Ausfallquote.
Die Ergebnisse der TOPCAT-Flotte
Unsere TOPCAT-Crews zeigten eindrucksvoll, dass sie sich auch auf internationalem Niveau nicht verstecken müssen.
| Platz | Team | Boot | Gesegelte Zeit | Berechnete Zeit |
|---|---|---|---|---|
| 105 | Wilhelm Rom / Alexander Kisker | K2 | 4:37:20 Std. | 4:16:47 Std. |
| 107 | Benedikt Busert / Uwe Folkerts | K2X | 4:37:56 Std. | 4:17:20 Std. |
| 123 | Jens Goldschmidt / Niklas Goldschmidt | K1R | 4:34:34 Std. | 4:21:29 Std. |
| 153 | Falko Chrost / Volker Pöhler | K2 | 4:57:01 Std. | 4:32:29 Std. |
| 173 | Markus Henn / Tizian Henn | K3X Touring | 5:12:13 Std. | 4:38:45 Std. |
| 191 | Matthias Horn / Jens Kruse | K1 Touring | 5:15:15 Std. | 4:49:13 Std. |
Alle unsere Boote lagen innerhalb von rund 40 Minuten im Ziel – ein Ergebnis, das sich absolut sehen lassen kann und zeigt, dass die TOPCAT-Flotte Jahr für Jahr näher an die schnellsten Katamarane heranrückt.

Mehr als nur eine Regatta
Die Ronde om Texel ist weit mehr als ein Wettkampf. Sie ist Abenteuer, Materialtest, Langstreckenrennen und Naturerlebnis zugleich. Kaum eine andere Regatta verbindet Flachwasser, Nordseewellen, Strömungen, Sandbänke und Highspeed-Passagen auf so einzigartige Weise.
Wer einmal um Texel gesegelt ist, versteht sofort, warum so viele Crews jedes Jahr wiederkommen.
Und genau das gilt auch für unsere TOPCAT-Segler.
Wir kommen wieder!
Sobald der Termin für die 48. Ronde om Texel feststeht, werden wir Euch selbstverständlich informieren.
Vielleicht steht Ihr dann schon selbst mit uns an der Startlinie.
Euer Falko

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