Wir haben uns gefreut, Sopot wieder im Regattakalender zu sehen und haben uns frühzeitig dafür angemeldet. Leider sind Meldezahlen dieses Jahr wieder ein sehr besonderes Problem. Trotz vieler Gespräche und Schilderungen unserer Erfahrungen vom letzten mal, konnten wir niemanden aus Deutschland weiter motivieren. Gerade wenn man die Segelreise verbindet mit touristischen Zielen wie der Halbinsel Hel, der Wanderdüne in Leba und nicht zu vergessen der wunderschönen historischen Altstadt von Danzig, ist es zweifellos eine lohnende Reise.
Aber auch für die polnischen Segler war es offenbar schwer zu realisieren, sodass viele bekannte Namen nicht an der Startlinie zu finden waren. Vielleicht sollten wir als Klasse Wege suchen, die Terminierung als auch die Logistik zu verbessern und Teilnahmen zu erleichtern.
Wie dem auch sei, wir haben die 750 km bis nach Sopot auf uns genommen und wurden mit sehr guten Bedingungen belohnt. Der Wind war am Freitag besser als gemeldet und sollte im Lauf des Wochenendes nachlassen. Deshalb wurde beim Skipper-meeting beschlossen, dass bis 4 Läufe durchgeführt werden können, um etwas Puffer zu haben. So ging es bei wechselnder Bewölkung von Wind von anfangs 3 Bft, später bis 5 Bft. zunehmend auf die kabbelige Ostsee. Neben uns TOPCAT waren A-Cat, F-18, Hobie-16 und eine Open-Klasse am Start. Und nicht zu vergessen, die polnische Marine mit einem ganzen Flottenverband. Das war schon vom Wasser, und sicher erst recht von Land ein beeindruckender Anblick.
der Segelclub UKS Navigo hatte alles bestens im Griff. Nur das erste Rennen je Klasse wurde in fester Reihenfolge gestartet. Danach ging es immer sofort weiter, wenn alle Boote der Klasse im Ziel waren. Absolut professionell und zügig, wir waren beeindruckt. Aber wer bereits Weltmeisterschaften bei A-Cat ausgetragen hat, beherrscht die Arbeit auf dem Wasser aus dem ff. Für uns lief es nahezu perfekt, 3 Siege aus 3 Läufen, im 4. wurde Katrin unter Gennaker kurz vor der Ziellinie in Führung liegend von einer Welle vom Boot gespült. Kurz war die Hoffnung, dass wir so trotzdem über die LInie kommen. Doch nichts zu machen, also Gennaker bergen und MOB fahren. ein Eifriges Rettungsboot musste noch verjagt werden, dass ich sie wieder einsammeln konnte und dann gings noch auf Platz 2 ins Ziel.
Auch der Samstag überraschte mit bestem Sonnenschein und mehr Wind, als gemeldet, die Bedingungen sehr ähnlich zum Vortag. Wieder konnten 4 Läufe in allen Klassen absolviert werden. Ohne ein Malleur geht es bei uns aber nicht. Eine Privatböe, ohne dass wir im Trapez waren und schon lagen wir um. Die Carbon-Pinne, von der wir erst noch sprachen, dass sie so überraschend lange hält, war durch. Also gings so schnell es ging zurück an Land, Pinne getauscht und wir waren mit den letzten 3 TOPCAT wieder im Startbereich, um die nächsten Läufe zu absolvieren.
Am Sonntag hieß es für uns nur noch, die Platzierung zu verteidigen. Der Wind war deutlich schwächer aber sah segelbar aus. Die ersten beiden Klassen wurden auch ab 11 Uhr gestartet. Doch schon beim Start der Hobies war der Wind so gedreht, dass man Anlieger vom Start zur Luvtonne fahren konnte. Also kam der zu erwartende Abbruch. Dann nahm sich der Wind endgültig frei und spielte mit uns. Es drehte munter und brach ganz ein. Wir hatten fiebernd die Uhr im Blick und haben immer überschlagen, wie viele Läufe vor 14 Uhr noch gestartet werden könnten. Immer klarer wurde, dass es nicht mehr reichen würde, unsere Führung abzugeben. Um 13 Uhr erlöste die Wettfahrtleitung alle und wir konnten früher abbauen.
Wir hatten uns im Anschluß vorgenommen Piotr Liszek und seinen Campingplatz am Narie-See zu besuchen. Es ging also noch etwas weiter gen Osten und nach Ostpreußen, genauer gesagt in den Kreis Ermland-Masuren. Schon der Weg war sehr beeindruckend, durch die wellige Landschaft, alte Orte und endlose Alleen.
Am Campingplatz wurden wir schon von Piotr empfangen. Wobei die Bezeichnung Campingplatz garnicht so recht passen will. Es war eher ein Ressort, 7 ha groß, angelegt wie ein englischer Landschaftspark, mit Restaurant, vielen tiny-houses und einem Stellplatz für WoMos geräumig und großzügig, dass selbst wir klein darauf wirkten und mit einem idyllischen Blick zum Privatstrand. Neben allem, was man von einem Campingplatz erwartet, ist direkt ein Verleih von Tretbooten, SUPs, und vielem mehr, aber auch eine Sauna und Whirlpool. Wir waren beeindruckt und auch die Gastfreundschaft von Kate und Piotr macht Polen alle Ehre. Es wurde zwar etwas zu kühl zum Baden, dennoch war es eine tolle Zeit und wir wären gern noch etwas länger geblieben.
Zusammenfassend können wir nur wieder bekräftigen: Es lohnt sich der Weg! Es gibt so viel in der Gegend zu entdecken. Die Preise sind nicht immer wirklich günstiger als in Deutschland, aber es ist sicher, sauber, sehr freundlich und die Menschen freuen sich über internationale, und ja auch über deutsche Gäste.
Katrin und Steffen

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